10 ayurvedische Ernährungstipps

Besonders wichtig ist in der ayurvedischen Ernährung und Lebensweise die Berücksichtigung der individuellen Konstitution.

 

Doch auch wenn du diese noch nicht kennst, gibt es einige Grundregeln oder Tipps, die jeder Mensch berücksichtigen kann, wenn er gesund und leistungsfähig bleiben will. Sie stärken unser Verdauungsfeuer (Agni), unterstützen somit den Stoffwechsel, schützen vor Verdauungsstörungen und Schlacken (Ama) und fördern die Transportkanäle (srotas) in ihrer Arbeit.

 

Drei Mahlzeiten sind optimal und auf Zwischenmahlzeiten verzichten:

Iss regelmäßig (drei Mahlzeiten täglich) und verzichte auf unkontrollierte Zwischenmahlzeiten. Am besten ist, erst wieder zu essen, wenn die vorhergehende Mahlzeit verdaut ist. Nur so werden die Verdauungs- und Stoffwechselvorgänge nicht gestört. Wenn ständig Essen in unterschiedlichen Verdauungsstadien durch dein System wandert, ist das der Verdauung nicht zuträglich. Eine wunderbare Beschreibung des Verdauungsvorganges findest du in Guilia Enders Buch „Darm mit Charme“.

In Maßen essen

Sowohl zu viel als auch zu wenig Nahrung führen zu Störungen deines Verdauungsfeuers. Am besten schätzt du die richtige Menge wie folgt ein: viertel deinen Magen im Geiste: zwei Viertel sind für festes Essen vorgesehen, ein Viertel für flüssige Nahrung und ein Viertel bleibt leer. Keinesfalls solltest du so viel essen, dass du ein Völlegefühl verspürst.

 

Frisch gekochte und warme Nahrung bevorzugen

Koch dir möglichst selbst und bereite deine Nahrung in Ruhe zu. Warme Mahlzeiten belasten das Verdauungssystem am wenigsten und regen den Stoffwechsel an.

 

Hochwertige Nahrungsmittel essen

Die beste Qualität bieten Eigenanbau und Bioläden, wenn möglich saisonal und regional. Frisch und mit Liebe zubereitet, bist du optimal versorgt. Ölig-fettend-feuchte Nahrung unterstützt dein Agni, vor allem wenn du eine gute Fettqualität berücksichtigst.

 

Auf alle 6 Geschmacksrichtungen achten

Im Ayurveda gilt eine Mahlzeit als ausgewogen, wenn sie alle 6 Geschmacksrichtungen beinhaltet. Den Phasen der Verdauung entsprechend, sollen diese idealerweise in folgender Reihenfolge eingenommen werden: süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb. Das Kochen mit Ghee intensiviert den Geschmack und fördert die Verdauung. Zum Beispiel kannst du dein Mittagessen mit einer Suppe aus Wurzelgemüse (süß) beginnen und mit einem Salat oder Espresso beenden (bitter, herb). Je öfter du alle 6 Geschmacksrichtungen unterbringst, desto weniger wirst du Heißhungergefühle erleben.

 

Ungünstige Lebensmittelkombinationen vermeiden

Die jahrtausendealte Lehre des Ayurveda hat gezeigt, dass gewisse Kombinationen von Nahrungsmitteln nicht gut verdaut werden und Schlacken (Ama) entstehen, die unsere Gesundheit negativ beeinflussen. Z.B. darf Milch immer nur alleine eingenommen werden, nie in Kombination mit anderen Nahrungsmitteln. Ein Müsli mit Milch und frischen Früchten ist also nicht so gesund wie hierzulande angenommen, ganz im Gegenteil. In meiner Ausbildung hab ich relativ lange gebraucht, bis mir aufgefallen ist, dass auch die Milch im Cappuccino am Ende des Mittagessen bedeutet, Milch mit Fleisch zu mischen. Seither genieße ich einen Espresso und schlage zwei Fliegen mit einer Klappe, indem ich mein Essen dadurch mit einem bitteren Geschmack beende und Milch nicht mehr mit anderen Lebensmitteln mische.

 

In Ruhe an einem angenehmen Ort schön angerichtet essen und gut kauen

Widme dich deinem Essen in einer schönen Atmosphäre in Ruhe und Genuss. Konzentriere dich auf dein Essen, sprich nicht zu viel und schalte Nebengeräusche wie Fernseher oder Radio ab. Auch dein Smartphone hat neben deinem Essen nichts zu suchen! Durch die Ablenkungen bringst du dich um den Genuss des Essens.

 

Zu den Mahlzeiten nicht trinken

Um dein Verdauungsfeuer nicht zu löschen, solltest du zu den Mahlzeiten nicht trinken. Optimalerweise sogar eine Stunde vor und nach dem Essen nicht. Wenn du dir das gar nicht vorstellen kannst, dann trink schluckweise ein Glas heißes Wasser oder verdauungsanregenden Tee zu den Mahlzeiten. Während des Tages sind abgekochtes Wasser und Kräutertees optimal.

 

Früh genug Abendessen

Dein Abendessen sollte ein warmes und leichtes Gericht sein, spätestens 2 bis 3 Stunden vor dem Schlafengehen. So kann sich dein Körper in der Nacht in Ruhe regenerieren und muss sich nicht mit dem Verdauen beschäftigen. Außerdem solltest du es am Abend vermeiden, Jogurt oder frische Früchte zu essen, da diese schwer verdaulich sind.

 

Individuell auswählen und zubereiten

Ayurvedisch Interessierte und Begeisterte kennen ihre Konstitution und evtl. sogar die Eigenschaften der Nahrungsmittel. Sie wählen die Lebensmittel so aus, dass sie ihren Vorlieben entsprechen und ihrer Konstitution gut tun. Mehr darüber erfährst du bei einem Ayurveda Arzt oder in einem meiner Kochkurse - Termine findest du hier.

 

Nach dieser Fülle guter Tipps verlier bitte nicht den Mut, sondern suche dir einen oder zwei aus, die du für leicht bewältigbar hältst und setze diese einen Monat lang um. Hast du eine neue Gewohnheit mal so lange durchgezogen, hast du gute Chancen, sie beizubehalten. Schön langsam nach dem Motto „one simple change“.

 

Ich wünsche dir gutes Gelingen und freue mich über Feedbacks und Kommentare.

 

Herzlichst, deine Cornelia Pessenlehner

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Kommentare: 1
  • #1

    Sonja (Donnerstag, 14 September 2017 20:04)

    Liebe Cornelia, super und total kompetent beschrieben ���.