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Ghee – das goldene Elixier aus der Ayurveda-Küche

Die ayurvedische Lehre liebt Ghee (ausgesprochen: Gie). In den meisten Rezepten werden Gewürze in Ghee angeröstet, Gemüse in Ghee geschmort, ja sogar so mancher Kuchen wird mit Ghee statt mit Butter gemacht.

Neben den typisch ayurvedischen Gründen gibt es auch für uns Europäer drei plausible Gründe, Ghee gerne zu verwenden:

  • Ghee ist geklärte Butter, d.h. reines Butterfett, von dem das Eiweiß in einem Kochprozess abgeschöpft wurde. Dadurch kann Ghee erhitzt werden, ohne zu verbrennen.
  • Und es muss nicht in den Kühlschrank, da die kühlbedürftigen Anteile entfernt wurden.
  • Außerdem können Personen mit Laktoseintoleranz Ghee essen, da der Laktosegehalt Null ist.

 

Ghee gilt im Ayurveda als

  • besonders gut verdaulich – leichter verdaulich als andere Fette und Öle,
  • entsäuernd,
  • entzündungshemmend,
  • agni-stärkend (Verdauungsfeuer), was bedeutet, dass deine Verdauung besser funktioniert und dein Stoffwechsel schneller läuft,
  • Vata- und Pitta-senkend, was in unserer schnelllebigen Welt immer gut ist,
  • schlafverbessernd, indem du am Abend vor dem Schlafengehen deine Füße mit Ghee massiert, Socken drüberziehst und damit schläfst,
  • Schmiermittel, das die Gelenke geschmeidig hält,
  • Rasayana, d.h. „Verjüngungsmittel“, das unsere Lebensessenz (= Ojas) stärkt und aufbaut,
  • entgiftend - in der Panchakarma-Kur, dem Herzstück der ayurvedischen Lehre, zählt das dreitägige Trinken von warmem Ghee zur wichtigsten Maßnahme, in dem das Ghee die im Körper fehlgeleiteten Doshas an sich bindet. Erst dann können diese gezielt durch die 5 Handlungen (Pancha-Karma) ausgeleitet werden.
  • srota-auskratzend (Transportkanäle) – eine sehr wichtige Funktion, da nur freie Transportkanäle uns gesund und frei von Schlackenstoffe leben lassen.

Außerdem ist Ghee das optimale Transportmittel für Medizin, d.h. oft werden Kräuter über Ghee in unseren Körper eingeschleust.

 

In vielen Bioläden oder Reformhäusern kannst du Ghee mittlerweile kaufen. Die Qualität ist aber nie so gut wie ein selbstgemachtes.

 

Ghee ganz einfach selber machen:

 

Du brauchst:

  • 2 x 250 g Bio-Süßrahmbutter - achte auf die Qualität der Bio-Butter! Es kommt auf die Haltung der Kühe an. Ich nehme daher die Zurück zum Ursprung Bio-Butter.
  • 1 Topf mit dickem Boden
  • 1 Mulltuch/Stoffwindel/Küchentuch
  • 1 Sieb
  • 1 Topf mit Ausgießer
  • 2 kleine Gläser mit je ca. 200 ml Fassungsvermögen

Zubereitung:

 

Die Butter bei schwacher Hitze im Topf schmelzen und sanft köcheln lassen. Immer wieder umrühren, damit sie nicht anbrennt, sondern goldklar bleibt. Ich schöpfe den sich bildenden Schaum (das ist das Eiweiß, das sich vom Fett trennt) laufend mit einem Suppenlöffel in ein extra Schüsserl ab.

 

Nach ca. 45 Minuten bildet sich kein Eiweiß mehr – Vorsicht: manches sinkt ab, dass es nicht anbrennt!

 

Lege das Tuch in das Sieb, das du auf den Topf mit Ausgießer gestellt hast. Genauso kannst du versuchen, gleich in die Gläser zu treffen, aber mir gelingt das nie ohne große Schweinerei. Gieß das flüssige Butterfett hinein und füll es dann in die Gläser um. Ohne Deckel, evtl. zugedeckt mit einem Tuch, über Nacht fest werden lassen. Nicht in den Kühlschrank geben. In den warmen Monaten such dir einen kühlen Platz, damit es fest wird.

 

Wenn du Stofftücher verwendest, wasch sie sofort mit Geschirrspülmittel aus, sonst stinkt deine ganze Wäsche danach. Ich bevorzuge deswegen Küchentücher, die ich anschließend entsorge. Auch das abgeschöpfte Eiweiß ist nicht für den Verzehr geeignet.

 

Das gewonnene Ghee kühl und lichtgeschützt aufbewahren. Es gehört nicht in den Kühlschrank.

 

Ich freue mich, wenn du mal ausprobierst, selber Ghee zu machen und mir schreibst, wie es dir gelungen ist! Viel Erfolg und großen Genuss!

 

Herzlichst, deine

Cornelia Pessenlehner

 

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