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In kleinen Schritten ins ayurvedische Leben – die ersten 3 Tipps

Vielleicht geht oder ging es dir auch so: am Anfang deines Kontaktes mit der ayurvedischen Lehre bist du überwältigt von der Fülle dieser Tipps, Möglichkeiten und Weisheiten und weißt gar nicht, womit du anfangen sollst. Dann wählen die meisten zwischen zwei Möglichkeiten: entweder du fängst gar nicht erst an, irgendetwas auszuprobieren oder du versuchst so viel

gleichzeitig und bist so begeistert und radikal in deinen Umstellungen, dass du

nach ein paar Wochen völlig überfordert aufgibst. Das ist dann ein bisschen so

wie der Umgang mit zu großen Neujahrsvorsätzen – es wird einfach nix draus.

 

Ich empfehle dir daher das Konzept „one simple change“, heißt, kleine Schritte, die machbar sind, solange durchziehen bis du sie im Alltag so integriert hast, dass du sie nicht mehr missen möchtest. Ich schlage dir hier die ersten „three simple changes“ vor, mit denen du eine schrittweise Integration ayurvedischer Weisheiten in deinen Alltag starten könntest.

 

 

Trinke nach dem Aufstehen 1 – 2 Gläser abgekochtes Wasser – gleich als erstes!

 

 

Warum denn das? Es bringt dich in Schwung – unsere Verdauung funktioniert besser. Es löst Schlacken aus deinem Körper und hilft beim Entgiften. Es belebt und wirkt somit Müdigkeit entgegen. Es stillt den Hunger. Es wirkt Übersäuerung entgegen.

 

 

Abgekochtes Wasser ist für jede Konstitution geeignet. Wenn du deine Konstitution kennst, kannst du allerdings ein paar Feinheiten beachten:

 

Vata: 1 l Wasser auf ca. 825 ml einkochen

 

Pitta: 1 l Wasser auf 750 ml einkochen

 

Kapha: 1 l Wasser auf 500 ml einkochen

 

 

Zusätzlich kannst du berücksichtigen:

 

Agni-anregend und austrocknend: mit 1 - 2 Stück Ingwerscheiben

 

Fettverbrennend: mit 1 TL Honig (erst bei Trinktemperatur dazugeben) und Zitronensaft

 

Anregend ohne auszutrocknen (für Vata): mit Zitrone

 

Mehr dazu findest du in einem eigenen Blog von mir dazu.

 

 

Ernähre dich vegetarisch!

 

 

Wenn du richtig gerne Fleisch und Wurst isst, dann schüttelst du jetzt vielleicht entsetzt den Kopf. Keine Panik. Bei vielen Menschen ist die Umstellung auf vegetarische Kost ein plötzlicher Entschluss – meist nachdem sie grausige Videos gequälter Tiere gesehen haben. Bei anderen ist es allerdings ein schleichender Prozess, der sich über Jahre hinzieht. Und das ist völlig okay so. Lass dir Zeit. Verbiete dir nichts. Setze dich mit dem Thema auseinander.

 

Im Ayurveda essen wir kein Fleisch, weil die Haltung und Tötung der Tiere nicht gewaltfrei sind (ganz im Gegenteil in der mittlerweile gängigen Tierhaltung) und diese Gewalt deine Psyche negativ beeinflusst. Ayurvedisch sagen wir, du steigerst dein Tamas (Trägheit, Schwere, Unwissenheit). Und das wollen wir bewusst vermeiden! Lass also mal jeden zweiten Tag Fleisch und Wurst weg, solltest du es noch täglich essen. Auf meiner Rezeptseite findest du ein paar Vorschläge für Gemüse- und Hülsenfrüchtegerichte.

 

 

Bring Regelmäßigkeit in dein Leben!

 

 

Nicht nur Vata-Konstitutionen leiden unter Hektik, Stress und zu viel Hin und Her – diese aber ganz besonders. Egal welche Konstitution du hast, je regelmäßiger dein Tagesablauf ist, desto gelassener und ruhiger wirst du sein und desto besser wird es dir gehen. Das klingt für dich vielleicht langweilig, soll es aber nicht sein. Vielmehr geht es darum, Routinen zu entwickeln, die dir Halt und Stabilität geben. Ein paar Beispiele:

 

 

  • Versuche täglich ungefähr zur gleichen Uhrzeit aufzustehen. Damit meine ich auch das Wochenende. Weiche nicht allzu viele Stunden von der Zeit ab, zu der du unter der Woche aufstehst. Schwer vorstellbar? Probiere es ein paar Wochenenden aus und sag mir dann, wie es dir damit geht.
  • Bringe Regelmäßigkeit in deine Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen. Wenn möglich immer um eine ähnliche Uhrzeit. Keine Zwischenmahlzeiten, schon gar nicht ständiges Genasche. Dein Agni (=Verdauungsfeuer) wird sich bedanken und dir Kraft, ein gutes Immunsystem und strahlendes Ojas (=Lebensessenz) schenken.
  • Bringe Regelmäßigkeit in deinen Schlafrhythmus: versuche ungefähr um 22 Uhr schlafen zu gehen. Ausreißer sind erlaubt - Ayurveda ist sehr pragmatisch ;-), totale Unregelmäßigkeit tut dir nicht gut. Schwer vorstellbar? In der Nacht hast du die besten Ideen? Das ist klar, weil dir dein Pitta (=Transformationskraft) wieder Schwung verleiht. Gedacht ist dieser aber in der Nacht für die Regeneration. Dein Körper wird sich bedanken.
  • Bringe Regelmäßigkeit in deine Erholung/ Entspannung – am besten in der frischen Luft. Hast du einen Hund, mit dem du regelmäßig spazieren gehen kannst? Wunderbar! Er wird dich dran erinnern, dass es wieder Zeit ist. Meine macht das zumindest so. J Ich liebe sie dafür!
  • Was fällt dir noch ein? Schreib es mir doch unten bei den Kommentaren dazu. Ich freue mich darauf! 

Glaubst du, du schaffst diese ersten „three simple changes“? Ich freue mich auf dein Feedback. Stay tuned – more tipps to come!

 

 

Alles Liebe,

 

Cornelia Pessenlehner