· 

Entgiften, entschlacken, fasten auf ayurvedisch

In vielen Kulturen ist das Fasten im Frühjahr eine alte

Tradition. So auch in der ayurvedischen Lehre. Warum aber ist es so sinnvoll, im Frühjahr ein paar Tage zu fasten und wie bringst du das in deinem Alltag unter?

 

Winterzeit ist Vata-Zeit (kalt und feucht) und um diese gut

zu überstehen, braucht unser Körper etwas mehr Kapha (Erdung, Stabilität) als das restliche Jahr. Wenn wir dieses im Frühling bewusst ausleiten, ersparen wir uns höchstwahrscheinlich die Erkältungen, Allergien und Frühjahrsmüdigkeit, die um sich greifen, wenn unser Körper das verflüssigte Kapha über andere Wege loswerden möchte.

 

Also auf geht’s: ein paar Tage entgiften, entschlacken, mit

dem positiven Nebeneffekt des Abnehmens können doch nicht so schwer sein??

Was ist zu tun? Hier ein paar Tipps:

 

Steh früh auf und vermeide Tagesschlaf. Der macht schwer und

müde. Gegen ein Powernap nach dem Mittagessen spricht hingegen nichts.

 

Versuch mal morgens regelmäßig Öl zu ziehen, um die Mundhöhle zu entgiften, z.B. mit Sesamöl oder Olivenöl, anschließend warm ausspülen.

 

Danach 2 Tassen heißes Wasser mit Honig und dem Saft einer

halben Zitrone vor dem Frühstück trinken – wirkt wie eine innere Dusche. Honig hat außerdem „auskratzende“ Eigenschaften und entschlackt. Achte darauf, dass er „alt“, also mindestens 1 Jahr gelagert ist und möglichst heimisch.

 

Nach dem Zähne putzen Zunge schaben, um die Ablagerungen,

die sich nachts bilden, zu entfernen.

 

Wenn du gar keine Lust auf Frühstück hast, dann zwing dich

nicht dazu. Wenn du allerdings gewöhnt bist, zu frühstücken, dann tu dies in Maßen, am besten mit einem leichten warmen Brei. Kapha-senkend wirkt Hirse. Ein Hirsebrei mit Äpfeln und Berberitzen, gewürzt mit Zimt und ein bisschen Honig schmeckt herrlich erfrischend und belastet nicht.

 

Außerdem kannst du dir in der Früh Wasser abkochen und

dieses über den Tag verteilt trinken. Auch dieses abgekochte Wasser wirkt auskratzend und reinigend. Mehr dazu in meinem Blog "Warum wir im Ayurveda so auf abgekochtes Wasser stehen".

 

Das Mittagessen sollte deine Hauptmahlzeit sein und in einer

Entgiftungswoche darf es immer wieder das berühmte und geliebte Khichari sein. Das ist ein Mung-Dal-Reis-Gemüse-Gewürze-Eintopf, der dich mit allen Nähr- und Vitalstoffen versorgt, die du brauchst, aber die Verdauung nicht belastet. Mehr dazu in meinem Blog "Die unglaubliche Wirkung von Khichari".

 

Auch abends ist ein leichtes Gemüsegericht zu empfehlen,

mach dir doch verschiedene Gemüsesuppen. Als Gewürze kannst du agni-anregende verwenden, z.B. Ingwer, Pippali, Pfeffer.

 

Als Nahrungsergänzung kannst du deinen Körper bei der

Entgiftung mit Triphala (die drei Früchte Bibhitaki, Haritaki und Amla werden da gemischt) unterstützen: jeweils eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten und/oder am Abend vor dem Schlafengehen. Das hält die Darmbewegung in Schwung, hat eine leicht abführende Wirkung, verbessert die Ausscheidung ganz generell,

sowohl über den Darm als auch über die Haut.

 

Koche mit Ghee. Dieses wertvolle Fett wirkt wiederum

auskratzend und reinigt uns von innen. Was es alles kann und wie du es selber machen kannst, habe ich in einem anderen Blog für dich zusammengefasst.

 

Und was in einer Fastenwoche besonders wichtig ist: LESS

STRESS! Versuche, zur Ruhe zu kommen, abzuschalten, zu entspannen, bewege dich viel (am besten an der frischen Luft) und gib einfach mal Ruhe.  Ich weiß, ist nicht so einfach getan wie geschrieben.

 

Ich hoffe, ich konnte dir einige Impulse geben und möchte dich von Herzen ermutigen, auf dich zu achten und dir die Zeit zu nehmen für dich und deine (innere) Reinigung, aus der heraus die Kraft kommen möge.

 

Herzlichst, deine

Cornelia Pessenlehner

Kommentar schreiben

Kommentare: 0