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Burnout Rad Widerstands-Phase (5-8)

Dauert der Stresszustand an, gewöhnt sich der Körper daran. Die Symptome der Phase 1 - 4 bessern sich bzw. verschwinden. Doch der Schein trügt. Die Organe laufen auf hohen Touren und verausgaben sich zu stark.

 

Stufe 5. Umdeutung von Werten

 

Die Arbeit nimmt einen überhöhten Stellenwert im Leben ein. Alles andere scheint nicht mehr so wichtig zu sein. Trotzdem

kannst du Erfolg nicht mehr richtig wahrnehmen. Du  vernachlässigst deine Familie und Freunde, nimmst Arbeit nach Hause mit und vereinsamst langsam, da du nicht mehr mit ins Kino gehst oder einem Hobby in der Gruppe nachgehst. Die

Sexualität kommt schon lange zu kurz und verabschiedet sich schön langsam. Auch für Sport hast du keine Zeit mehr. Die Stresshormone werden somit nicht mehr abgebaut.

 

Stufe 6. Verleugnung auftretender Probleme

 

Bemerkungen vom Partner und Freunden, die noch geblieben sind, über deine Lebenssituation oder deinen Stress, werden abgeschmettert. 

 

Es kann ja nicht wahr sein, dass du deine Arbeit nicht schaffst. Oder dass sie gar zu viel wird oder du Hilfe bräuchtest. In allen Lebensbereichen stellt sich Stillstand ein, den du aber gar nicht wahrhaben willst. Emotionen hast du nicht mehr im Griff, reagierst ärgerlich und wütend. Du bist unzufrieden und schluckst Enttäuschungen hinunter. Das führt zu Muskelverspannungen durch ständig hochgezogene Schultern. Kopfschmerzen nehmen weiter zu, Medikamente gehören zu deinem Alltag. Dadurch wird dein Magen angegriffen, Säurezustände machen dir zu schaffen.

 

Stufe 7. Rückzug aus der Umwelt

 

Nachdem dich deine Umgebung nicht versteht, ziehst du dich weiter zurück. Du vertiefst dich noch weiter in deine Arbeit, weil diese stellt dich immer noch zufrieden. Du investierst sehr viel Zeit in deine Arbeit, sogar das Wochenende muss immer öfter dran glauben. Trotzdem gelingt es dir nicht mehr, alles zu bewältigen und fertig zu werden. Du wirst frustriert. Das äußert sich in Zynismus und Sarkasmus. Deine Angst, dass der Chef merkt, was los ist, lässt dich am Abend zu Alkohol greifen, um entspannen zu können. Die auftretenden körperlichen Symptome kann kein Arzt klären. Schmerzen treten auf, Spezialisten können keine körperliche Ursache finden.

 

Phase 8. Verhaltensänderungen

 

Ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein, das Leben macht keinen Spaß mehr. Du hast keine Erfolgserlebnisse. Betäubung durch Alkohol oder andere Suchtverhalten kann täglich nötig sein. Deine Motivation erlahmt. Du beginnst, negativ zu denken und begibst dich langsam auf den Weg in die Erschöpfungsphase.

 

Noch ist eine Umkehr möglich! Was kannst du tun?

  • Höre deiner Familie und deinen Freunden zu, nimm dir ihre Ratschläge zu Herzen und suche dir eine Fachperson.
  • Erzähle deinem Coach/Arzt/Therapeuten aus deinem Leben, deiner Familiensituation, deiner Arbeit.
  • Suche Hilfe!
  • Versuche nicht, alleine aus der Situation heraus zu kommen.

Auch aus den Stufen 5 – 8 ist ein Ausstieg noch möglich. In der Erschöpfungsphase wird dies noch schwieriger. Mehr dazu in

meinem nächsten Blog.

 

Herzlichst, deine Cornelia Pessenlehner

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