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Macht deine Arbeit Sinn?

Warum ist das wichtig, fragst du dich? Weil nur der Sinn, den deine Arbeit für dich macht, dich langfristig gesund und zufrieden sein lässt. Warum gehen wir denn arbeiten?

 

Als erstes wird bei den meisten die Antwort kommen: na, fürs Geld. Ja, das ist ein wichtiger Aspekt, aber bei weitem nicht der wichtigste. Es geht auch um Selbstbestätigung, Selbstverwirklichung, Entwicklung, Gemeinschaft, manchmal auch um Machtausübung und optimalerweise eben Sinnerfüllung. Schon in vielen Studien wurde bestätigt, dass Geld nur dann motiviert, wenn es zum Überleben dringend gebraucht wird. Wenn dies nicht (mehr) nötig ist, dann ist eine Gehaltserhöhung oder ein Bonus kurz erfreulich – diese Freude ebbt schnell wieder ab, der neue Level normal und selbstverständlich.

Wir haben alle schon einmal von der Maslow’schen Bedürfnispyramide

gehört: darin wird eine hierarchische Pyramide von Bedürfnissen beschrieben. Erst wenn ein dringend benötigtes Bedürfnis befriedigt ist, können wir uns dem nächsthöheren zuwenden. Das Fundament bilden unsere physischen Bedürfnisse: also, was wir zum Überleben brauchen: Wohnung, Nahrung, Wasser, Wärme, Luft. Darüber steht das Bedürfnis nach Sicherheit. Darüber wiederum die sozialen Bedürfnisse, also nach einem Miteinander und nach Zusammengehörigkeit. Wiederum

darüber geht es uns um Anerkennung und Wertschätzung. Und ganz oben steht die Selbstverwirklichung.

 

Neuesten Erkenntnissen zufolge müssten wir da noch eine Spitze draufsetzen: wenn wir uns zu sehr um uns selbst drehen, kann das leicht

egozentrisch enden. Das höchste Bedürfnis richtet sich aber nach außen, zu einer Aufgabe oder auf andere Menschen hin. Wir brauchen eine Aufgabe, eine Be-ruf-ung, einen Beitrag zum großen Ganzen. Das heißt, der Mensch sucht als oberstes Bedürfnis eine Ausrichtung auf einen Sinn.

 

Der Sinn meiner Arbeit ist immer individuell und daher für jeden Menschen einzigartig.

 

Fragen, die ich mir stellen kann, um meine derzeitige Aufgabe auf ihren Sinn zu hinterfragen:

  • Geht es mir gut bei dem, was ich mache?
  • Werde ich von einem Sinn-Motiv in die Arbeit gezogen oder bin ich getrieben von Perfektionismus, Existenzangst, Sucht nach Anerkennung?
  • Was sehe ich als Ergebnis?
  • Was ist mein Beitrag zum großen Ganzen?
  • Geht es mir gut in meiner Arbeit oder gibt es doch einige Faktoren, die mich krank machen können?

Im Zusammenhang mit der Burnout Prävention sind folgende Erkenntnisse interessant: 

 

Hohe Belastungen sind laut Aaron Antonovsky, einem bekannten

Soziologen, leichter auszuhalten, wenn sie drei Voraussetzungen erfüllen: Sie sollen verstehbar, gestaltbar und sinnhaft sein. 

 

Verstehbar sind äußere Bedingungen dann, wenn sie „vorhersagbar“

sind. Das betrifft oft das Führungsverhalten von Vorgesetzten. Sind immer wieder stattfindende cholerische Wutanfälle des Chefs vorhersehbar, ist es leichter, mit ihnen umzugehen. Änderungen im Unternehmen, die erklärt werden, sind leichter zu verstehen als wortlos durchgeführte. Zielvorgaben, die Mitarbeitern erklärt werden, werden besser erreicht werden als abstrakt niedergeschriebene Zahlen.

 

Gestalten zu können, bedeutet, das Selbst-Vertrauen zu haben, auch mit schwierigen Situationen grundsätzlich umgehen zu können und sie

beeinflussen zu können. Fehlt dieses, kommt es zu einem ungesunden

Zusammenspiel von Resignation bei Misserfolgen und Aufgeben vor auch kleineren Herausforderungen, die dann längerfristig in ein Burnout führen können.

 

Und drittens fördert Sinnhaftigkeit unsere Gesundheit. Schlaflose Nächte können junge Eltern aushalten, weil sie sinnvoll sind, wobei

Schlafentzug andererseits auch als Folter angewendet werden kann.

 

Weiters können wir unsere Gesundheit durch eine positive

Lebenseinstellung fördern. Wir können lernen, Positives zu sehen, obwohl wir genetisch auf Gefahren geprägt sind. Ein Beispiel dafür: ein Steinzeitmensch hat seit 3 Tagen Hunger und steht plötzlich vor einem übervollen Himbeerbusch. Daneben steht ein Säbelzahntiger, der auch seit 3 Tagen Hunger hat. Worauf wird der Mensch schauen? Klar, auf die Gefahr! So sind wir geprägt und müssen daher erst lernen, auf Positives zu schauen und uns daran zu erfreuen. Auch müssen wir lernen, Selbstverständliches als Positives wahrzunehmen.

 

Hier eine Übung dazu:

  • Überlege dir 3 Dinge, die sich unbedingt ändern sollten (stell dir vor, die gute Fee kommt vorbei…) und schreib sie auf.
  • Dann überlege dir 3 Dinge, die sich keinesfalls ändern sollten und schreib sie auf.
  • Wenn du das gemacht hast, dann überlege: Wie viel Zeit und Aufmerksamkeit hast du der Überlegung geschenkt, was sich ändern soll und wie viel Zeit und Aufmerksamkeit der Überlegung, was gut ist und sich nicht ändern soll.
  • Quintessenz: Lass Positives nicht außer acht!

 

Das Buch, das mich zu diesem Blog inspiriert hat, ist empfehlenswert und von Harald Pichler "Arbeit - Sinn und Motivation".

 

In diesem Sinne hoffe ich, dass du schon gut darin bist, das

Positive in deinem Leben zu sehen und ganz viel Sinn in deiner Arbeit!

 

Herzlichst, deine

Cornelia Pessenlehner

 

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