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Wer ist gestresster? Frauen oder Männer?

Neben vielen anderen Ungleichheiten im Bereich „gender gaps“ gibt es auch im Stress eine Kluft zwischen Männern und Frauen. Die ist sogar in Studien belegt und nun ganz offiziell, was eh schon jede Frau lange spürt und am eigenen Leib erfährt. Ein Artikel von Kristin Wong in der New York Times hat mich dazu bewegt, mich auch intensiver damit zu beschäftigen. Aber woher kommt diese höhere Stressbelastung von Frauen und wie können wir damit umgehen?

Ein wichtiger Faktor sind die Verantwortung und das Erledigen der (unbezahlten) Hausarbeit, die immer noch zum Großteil von Frauen erledigt wird. Laut einem Bericht der United Nations machen Frauen fast

3 x so viel unbezahlte Hausarbeit wie Männer. Das Problem dabei ist, dass diese oft nicht als Arbeit sondern als Selbstverständlichkeit betrachtet wird, obwohl sie oft mehr und meist undankbarer ist als viele bezahlte Jobs. Die fehlende gesellschaftliche, innerfamiliäre und finanzielle Anerkennung nagt am Selbstwert vieler Frauen.

 

Auch die „emotionale Verantwortung und Arbeit innerhalb eines Paares oder einer Familie lastet öfter auf den Schultern der Frauen: Optimismus in schwierigen Phasen zu verbreiten, schauen, dass alle pünktlich sind und ihre Sieben-Sachen zusammen haben, sich die Probleme aller anderer Familienmitglieder anhören – all das ist für Frauen/Mütter selbstverständlich, geht aber an Frauen nicht unbemerkt vorüber. Das kann so anstrengend sein wie körperliche Arbeit und z.B. zu Einschlaf- und Durchschlafproblemen führen. Klar, das kann in akuten Problemsituationen auch mal passieren, aber langhaltende emotional anstrengende Familienarbeit kann zum Dauerzustand werden, der krank machen kann. Wenn Frau dann noch das unerreichbare Ideal von Superwoman im Kopf hat, die die Karriereleiter hinaufklettert und dort neben/trotz ihrer glücklichen Familie abheben kann – das kann nicht lange gut gehen…

 

Beim Realisieren, dass die Vereinbarkeit von Familie und Karriere doch nicht klappt, ohne selber auf der Strecke zu bleiben, geht der Teufelskreis des Stresses los.

 

Wie also aussteigen? Was kannst du tun?

 

Es beginnt mit der Erkenntnis und dem Zulassen, dass es dir nicht gut geht in deinem Hamsterrad.

 

Dann geht es weiter mit der uns ungewohnten Selbstfürsorge.

Du startest am besten mit: ausreichend Schlaf, einer gesunden Ernährung und regelmäßigem Sport und Bewegung an der frischen

Luft.

 

Eine gesunde Beziehung, ein funktionierendes Netz an Freunden und professionelle Unterstützung geistiger oder körperlicher Natur helfen enorm und darfst du dir gönnen.

 

Und dann steht dir natürlich die breite Palette verschiedenster Übungen zum Innehalten offen: von 2 Minuten tief ein- und ausatmen über die tägliche Yoga-Einheit bis hin zu Tagebücher schreiben und vielen anderen Möglichkeiten.

 

Außerdem beschäftige dich bitte mit dir selbst.

 

  • Finde heraus, in welchen Situationen du in Stress gerätst.
  • Beobachte dich selbst, wie du dich durch welche stressverschärfenden Gedankenmuster selbst unter Druck setzt.
  • Überleg dir welche Entspannung dir wirklich gut tut.

All das kannst du auch in meinen Workshops lernen oder auf der Partner-Seite meiner Homepage schauen, ob dich da eine Therapeutin anspricht.

 

Und auch ganz wichtig: tausche dich darüber aus, wie es dir geht! Rede mit deinen Freundinnen offen darüber, finde heraus, ob es ihnen auch so geht. Du stehst sicher nicht alleine da! Gerne kannst du dich auch bei mir melden und ich helfe dir weiter. Empfehlen kann ich dir außerdem BPW Business and Professional Women, ein Kreis gleichgesinnter Frauen,

die sich unterstützen, fördern und stärken.

 

Herzlichst,

deine Cornelia Pessenlehner

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Daniela (Freitag, 01 Februar 2019 17:12)

    Vielen Dank für die guten Tipps in der trüben Zeit!
    Lg Daniela